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Hasserfüllt aber trotzdem motiviert – Lance Butters in der Grelle Forelle

Mit den Zeilen „Keiner jagt mir Angst ein, Ich mach‘ mich selbst kaputt, Digga, kann sein, Ich hab‘ nur Angst vor mir selbst“ eröffnet er sein Konzert in der Grellen Forelle. Voract gibt es keinen, nur einen äußerst motivierten Lance Butters.

Denn ich hab‘ mit der Zeit festgestellt
Der größte Gegner in mei’m Leben sitzt tief drin in meinem Schädel
Doch ich kann nichts dagegen und ich kann auch nichts dafür

Sein zweites Album „ANGST“ ist dunkler und schwerer als sein erstes, doch der Mix von Alt und Neu beim Konzert harmoniert trotzdem. Die Texte sind sehr ehrlich und privat, kommen aus seinem tiefsten Inneren. Lance sagt das, was sich viele denken, sich aber dann doch oft niemand sagen traut. Das Publikum feiert ihn dafür. Die Kommunikation mit seinen Fans hinkt ein bisschen, aber das ist seinen Anhängern egal. Sie feiern Lance für das was er ist, für das was er darstellt.

Und sie fragen, „Ist es geil, auf der Bühne zu steh’n?“
Sicher ja, wenn man Bock hat, auf ’ner Bühne zu steh’n
Kann mich nicht dazu zähl’n, ich meide Konzerte
Rauf, durchzieh’n, dann wieder rein in die Wärme
Brauch‘ keine Nähe oder Liebe oder sonst was
Brauch‘ etwas Ferne und mein Weed, ja, Mann, sonst passt’s

Die Stimmung beim Konzert ist ausgelassen, seine Songs wirken live positiver und hoffnungsvoller, obwohl der Inhalt der Songs der gleiche wie auf Platte ist. Lance Butters schafft es, sein Innerstes nach aussen zu stülpen, ohne sich selbst zu verraten oder sich zum Erkennen zu geben. So bleibt das Geheimnis um seine wahre Person geschützt und man hat trotzdem das Gefühl ihm so nah wie kein anderer zu sein.

“Ich werde nie erzählen, wie ich heiße oder wo ich wohne. Aber ich will die Maske so weit fallen lassen, dass du immer noch nicht erkennst, wer darunter steckt, aber trotzdem checkst, dass dahinter jemand ist, der eine Message hat. Ich will Sachen von mir preisgeben, ohne mich selbst zu verraten. Weil ich denke, dass ich Dinge in mir trage, die viele andere verstehen und genau so sehen.” Lance Butters