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Tränen, Folksongs und Fazipullis mit Black Sea Dahu im ausverkauften Lido

Die Zürcher Band ‚Black Sea Dahu‘ stand anfangs gar nicht auf meiner monatlichen Konzertliste für den Oktober. Genauer gesagt, hatte ich sogar noch nie etwas von ihnen gehört. Unvorstellbar zum jetzigen Zeitpunkt, hör ich die Band – seit mir der liebe Nils beim Enno Bunger Konzert den heißen Tipp gegeben habe – jeden Tag in Dauerschleife. Ich kann mich einfach nicht satthören an diesem dunklen und trotzdem sehr warmen Folksound. Ich fühl mich seit langem wieder mal so richtig abgeholt von einer Band, die Texte inspirieren mich, beruhigen mich, erfreuen.

Zwischen Neuentdeckung und dem Konzert von Black Sea Dahu im Lido lagen genau 3 Tage, doch ich kam nicht wirklich dazu reinzuhören, sprich ich nahm mir einfach keine Zeit, für die Musik und im weiteren Sinne auch nicht für mich. Die Zeit rast und rast und wir vergessen immer, dass wir selbst das Bremspedal betätigen können. So stand ich also an einem Dienstag Abend im vollgestopften Lido – es war schon seit Ewigkeiten ausverkauft – und sobald der erste Ton der sechsköpfigen Band ertönte, darunter 3 Geschwister, war ich wie hypnotisiert. Die Zeit stand plötzlich still, ich war komplett im Hier und Jetzt und Tränen kullerten über meine Wangen.

„Geschluckte Wut ist ein Magnet für weitere“

Zu dem sehr einfühlsamen und tiefen Sound kommt hinzu, dass man die Band auch in Person einfach sympathisch finden muss. Sie machten viele Ansagen und erzählten viel aus ihrem Tourleben, brachten das Publikum zum Lachen mit schweizerdeutschen Fachbegriffen wie dem Fazipulli (Fleecepulli) und bereicherten mit dem Zitat des Tages: ‚Geschluckte Wut ist ein Magnet für weitere‘. Wie wahr. In diesem Sinne, nehmt euch mehr Zeit für euch selbst und hört mal rein in die wunderbare Musikwelt der Black Sea Dahu’s.