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Musikalische Stilexplosion mit Scooter, KIZ und Bosse beim Kosmonaut Festival 2019

Kosmonaut Festival Tag 1

Auch in diesem Sommer ist das Kosmonaut Festival am schönen Stausee Rabenstein in Chemnitz wieder ein Pflichttermin für mich. Es ist und bleibt eines der schönsten, intimsten und lustigsten Festivals ganz Deutschlands. In diesem Jahr waren unter anderem auch besonders viele österreichische Bands dabei, was mich natürlich sehr freute und ehrte.

Das Festival wurde von der Grazer Band Granada eröffnet, die mit ihrem österreichischen Schmäh gleich Punkte beim Publikum sammelte und ihre Sommerhits ala ‚Pina Colada‘, ‚Palmen am Balkon‘ und ‚Berlin‘ perfekt inszenierte und präsentierte. Das komplette Gegenteil zu Granada’s urigen Grantlersound mit der gewissen Prise an Humor, war dann der Auftritt von Pom Poko. Die Band wird oft als die ‚K-Punkt Explosion aus Norwegen‘ bezeichnet und reißt live mit ihrer Energie alle ausnahmslos mit. Frecher Punk mit vulkanartigen Rock Ausbrüchen – hier wurde man seine Aggressionen wunderbar los. Weiter ging’s mit Die Nerven auf der Atomino Bühne. Die Stuttgarter Rockband, die eigentlich mehr Punk ist, machte ihren Namen alle Ehre. Sie riefen zum Sommerfest-Pogo und die Kosmonauten tanzten einen ehrwürdigen Moshpit.

Danach ging es für mich weiter zur Hauptbühne, Leoniden und Bosse riefen. Leoniden lieferten eine berauschende Party, im Gepäck ihr bekannter Indie Sound, den sie wunderbar mit Elementen aus Grunge, Funk und Soul kombinieren. Sie wissen wie man das Publikum anheizt und bei Stimmung hält. Und nebenbei klingen ihre Songs so vertraut, also ob es sie schon Jahrzehnte lang geben würde. Bosse knüpfte wunderbar an dieser mitreissenden, euphorischen Stimmung an und überzeugte mit Charisma, schweißtreibenden Tanzeinlagen und seinen Texten. Für mich gehört Aki Bosse sowieso schon lange zu den besten Songwriter im deutschsprachigen Raum.

Der absolute Stilbruch kam an diesem Abend dann aber mit dem geheimen Headliner, welcher niemand geringerer als Scooter war. Das Konzert startete mit einem krassen Knall und einem derartigen Wumms, dass ich glaubte, die Linse meiner Kamera sei gesprungen. War sie zum Glück aber nicht und meine Ohren freuten sich wie noch nie über die reingestopften Ohropax. H.P. Baxxter schaffte es jede Generation an Kosmonauten zum Tanzen bzw hüpfen zu bringen und war seit langem wieder mal ein geheimer Headliner, der komplett überraschte und positiven Nachgeschmack hinterließ.

 

Granada
Pom Poko
Die Nerven
Leoniden
Bosse
Scooter
Kosmonaut Festival Tag 2

Der zweite Tag startete für mich mit Cari Cari und ihrem berühmten cineastisches Sound, der dich sofort in Quentin Tarantinos Gedankenwelt entführt. Die Österreicher sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und haben durch den Einsatz von ausgefallenen Musikinstrumenten wie das Didgeridoo oder die Maultrommel einen einzigartigen Sound geschaffen. Bloß der  Gitarrist / Sänger Alexander Köck sollte live ein bisschen weniger labbern, um den Sog den sie durch ihre Musik erzeugen auch voll und ganz zu ihrem Vorteil nutzen zu können. Nahtlos ging es mit meiner Herzensdame Ankathie Koi weiter, die im sexy Leo-Body auf der Bühne herumtanzte und ihre verruchten Songs zum Besten gab. Sie weiß es einfach das Publikum zu unterhalten und zum Tanzen zu bringen, sodass der Staub kräftig aufgewirbelt wurde vor der Bühne.

Perfekt zum Sonnenuntergang bespielten Von Wegen Lisbeth die Headlinerbühne und die Stimmung hätte nicht besser sein können. Auch ich hab mich schon sehr gefreut, sie nach dem kleinem, intimen Konzert 2017 im SO36 endlich wieder mal auf einer großen Bühne zu sehen. Und ich muss sagen, sie haben von ihrem Charme und von ihrer Dynamik nichts verloren, im Gegenteil, eher  stark dazugewonnen. Die Texte sind immer noch so genial geschrieben wie auch perfekt zum Mitsingen und einfach nicht mehr aus dem Kopf zu bringen. Man muss diese immer gut gelaunten Jungs einfach mögen.

Der absolute Headliner am letzten Tag des Kosmonaut Festival war KIZ. Schon sehr oft gesehen, aber noch nie fotografiert, war es für mich nochmal um einiges aufregender. Bühnentechnisch wird es seit Jahren immer verrückter vielleicht auch größenwahnsinniger aber auf jeden Fall sehenswert spektakulär. Waren es 2015 auf dem Kosmonauten „nur“ 3 riesige Statuen, hatten sie diesmal eine komplette „Kriegswelt“ im Tour LKW. Panzer, Statuen, Tarnvorhänge, Feuerwerke, Lasershow – sie ließen nichts aus. Und das sie mit ihrer Live Performance das Kosmonaut zum schwitzen brachte, muss hier auch dank dem bekannten Status von KIZ nicht mehr extra erwähnt werden.

Den Abschluss des zweitägigen Kosmonaut Festival brachte natürlich wie immer das Chaos Karaoke mit sich. Die sexy Damen von Lockereasy legten die passende Musik auf, niemand geringerer als Ankathie Koi moderierte durch die Show und die Kosmonaten trällerten einen Karoke Song nach dem Nächsten. Auch Von wegen Lisbeth und die Damen von Blond beehrten die Bühne und brachte so die Stimmung final zum Überkochen. Ein perfekter Abschluss eines wiedermal wunderbaren Kosmonaut Festival. Chapeau!

Cari Cari
Ankathie Koi
Von Wegen Lisbeth
KIZ
Kaos Karaoke