Primavera Sound Festival in Barcelona – Day THREE

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Wir sind bei Tag 3 vom Primavera Sound Festival angelangt. Alles Schöne muss irgendwann zu Ende gehen. Bevor ich euch aber meine Favoriten zeige, möchte ich erst noch fette Props an das ganze Team vom Primavera Sound Festival verteilen. Selten war ich auf einem Festival in dieser Größenordnung, welches so top organisiert war wie dieses. Keine langen Wartezeiten, keine überdimensionalen lange Wege zwischen den Bühnen (ausgenommenen natürlich wenn man von der Seat Bühne zur Aperol Stage wollte – aber da hätte es ja auch den Busshuttle gegeben) und überhaupt das gesamte Areal, welches nicht nur genial am Meer liegt, sondern auch IMMER sauber war! Die Auswahl an tollem Essen, die Sauberkeit der Klos, Geldautomaten am Gelände, die immer Geld hatten und der Mix an den unterschiedlichsten Musikgenres. So war wirklich für jeden etwas dabei und es kam zu keinen Drängeleien. So genug der Schleimerei, jetzt kommt das wirklich wichtige, meine Favoriten am dritten Tag des Primavera Sound Festival:

 

L O R D E  |  A R C T I C  M O N K E Y S  |  J O N  H O P K I N S  |  A R I E L  P I N K

 

Ariel Pink

Ariel Pink betritt die Bühne mit wildem Vokuhila, einem schwarzen Bandana, das Call of Duty T-Shirt in der Hose eingestrickt, der Nietengürtel mehrreihig und kniehohe Gummistiefel trotz 30 Grad. Sein rechtes Auge ist schwarz bemalt und schon etwas verschmiert. Es ist eine Mischung aus Rambo und Kung Fu Fighting. Seine Bühnenpräsenz ist knallhart und lässt mich kaum los. Seine Gesichtsmimik ist ausgesprochen freakig und amüsant. Es bleibt mit gar nichts anderes übrig als ihn anzustarren und ihn einfach hart zu feiern. Genauso wie sein Erscheinungsbild ist auch seine Musik. Mal schreit er, mal singt er, mal rauscht es, mal ist es klar. Er überspringt Genres und feiert sich selbst. Ariel Pink ist bekannt als Freak und für seinen Lo-Fi-Sound. Sein Look pendelt sich irgendwo zwischen Kurt Cobain und einem zerzausten Glamour Dandy ein und es macht auch gar nichts, dass sein Sound so windschief ist und die Texte so verquastet. Er ist ein kleiner Weirdo und das ist gut so.

Slowdive

Bereits 2014 hat Slowdive schon auf dem Primavera Sound gespielt. Das war damals die Reunion für die Band aus Reading, die sich eigentlich schon 1995 getrennt hatten. Ihr Schublade im Genreschrank ist der „Shoegaze“ – the scene that celebrates itself. Die Hochphase dieses Genres war in den frühen 90ern, sein Erkennungsmerkmal waren die Musiker, welche bei Konzerten bevorzugt regungslos auf den Bühnenboden starrten, um dort die etlichen Effektgeräte und Gitarrenpedale betätigen zu können. Die Gesangsstimmen sind mehrfach mit sich selbst überlagert, rätselhaft und sehr deep. Ein sehr schönes und vorallem ruhiges Konzert.

Lorde

Lorde spielt mit ihren jungen Jahren schon in der ganz großen Sängerinnen Liga problemlos mit. Hat sie mich bereits im Oktober im ausverkauften Berliner Tempodrom in den Lorde-Bann gezogen, bin ich jetzt noch ein größer Fan von ihr. Und das nicht unbedingt von ihrer Musik, die zweifellos grandios ist, viel mehr aber von ihrer Person und ihrer Message die sie mit sich trägt. Sie wirbelt auf der großen Seat Bühne in ihrem Schneeflocken Kleid, das nichts weiter als ein Hauch aus Tüll mit fluffligen Bommeln ist, um ihre eigene Achse und kriegt Unterstützung von ihren Tänzer und Tänzerinnen, die sie auch mal quer über die Bühne tragen. Dabei singt sie ihre Pop Hits, als wäre es das letzte was sie tun würde.

For the next 1.5 hours Barcelona will be my House and in my House you have to dance! >Lorde<

Arctic Monkeys

Das neue Album der Arctic Monkeys ist ruhiger, loungiger und jazziger. Kein Indie Rock Gitarrengeschrammel mehr. Was dazu führte, dass auch das Konzert etwas langatmig und sehr leise war. Alex Turner sprang zwar in seinem weissen Sakko wild herum auf der Bühne, aber seine Motivation kam nicht so wirklich an bei mir. Das Einzige was an die bisher gewohnten Arctic Monkeys erinnerte, war die hochgradige Wiedererkennbarkeit seiner Stimme.

Jon Hopkins

Der perfekte Festival Abschluss kam für mich von Jon Hopkins. Der Produzent und DJ aus England produziert cineastische Blockbuster Songs. Sein neues Album „Singularity“ grenzt nahtlos an das äußert erfolgreiche Vorgängeralbum „Immunity“ an und regt zum abtauchen ein. Techno-Beats mit ambienten Klangkulissen und klassischen Pianomelodien. Die Stimmung war ausgelassen vor der Bacardi Stage und es gab niemanden der nicht tanzte. Ein wahrhaft gelungenes Festivalende.