Sphärische Klänge mit Lord Huron im Columbia Theater in Berlin

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Es gibt sie doch – musikalische Cowboys, die einem das Herz rauben. Im knalligem Nebellicht betritt Ben Schneider mit Hut die Bühne und der Saal gehört sofort ihm. Er redet nicht viel, aber das müssen Cowboys bekanntlich auch nicht. Und er entschuldigt sich auch dafür, da er lieber singt als redet, weil es würde ihn sowieso niemand verstehen, mutmaßt er. Zeit hat er wirklich nicht viel zum reden, stehen 20 Songs auf der Setlist von Lord Huron, die sie im rasanten Tempo runterspielen. Und doch bleibt Zeit zum träumen, fühlen und mitreisen. Ein Wasserfall spährischer Klänge, tief eingetaucht in knallige Nebellichter, vermixt mit wilden Tanzeinlagen, wo sich der Hut mehrmals von seinem Kopf verabschiedete.

Lost in Time, Lost in Space.

Mit auf Tour ist auch die Sänger- und Keyboarderin Misty Boycedie , die mit ihrer Stimme den bereits beeindruckenden Gesang von Frontman Ben Schneider besondere Wärme und Tiefe verleiht. Eine Stunde fünfundvierzig erwärmt er mein Herz. Es ist seit langem ein Konzert wo ich so lange blieb, bis der letzte Ton verstummte. Lost in Time, Lost in Space.

I am not the only traveler
Who has not repaid his debt
I’ve been searching for a trail to follow again
Take me back to the night we met